{"id":872,"date":"2014-01-22T11:51:02","date_gmt":"2014-01-22T10:51:02","guid":{"rendered":"http:\/\/floni.eu\/?p=872"},"modified":"2014-01-24T13:52:03","modified_gmt":"2014-01-24T12:52:03","slug":"geschichtsunterricht-zum-anfassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/weltreise.floni.eu\/?p=872","title":{"rendered":"Geschichtsunterricht zum Anfassen"},"content":{"rendered":"<p>Wir hatten unseren Plan, in den Grampians Nationalpark zu fahren, ja noch nicht ganz aufgegeben und haben uns deshalb nochmal in einer Touristeninfo beraten lassen. Aber erstens waren die gesperrten Stra\u00dfen, die zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon wieder ge\u00f6ffnet sein sollten, immer noch gesperrt, und zweitens gab die freundliche Dame zu bedenken, dass wir aufgrund des starken Rauchs keine gute Sicht im Park h\u00e4tten. Sicht hin oder her, alleine die Vorstellung, von stinkendem schwarzem Qualm umgeben zu sein, hat mich das Thema Grampians endg\u00fcltig abhaken lassen. Jetzt werden wir stattdessen auf dem sogenannten &#8222;Heritage Drive&#8220; \u00fcber die St\u00e4dte Ballarat und Bendigo zur\u00fcck nach Sydney fahren, der an einigen historisch und kulturell bedeutsamen Orten vorbeif\u00fchrt. Dabei bekommen wir hoffentlich auch mal etwas von den Aborigines mit. Ich finde die Ureinwohner Australiens n\u00e4mlich sehr interessant, hatte aber bisher noch keine Gelegenheit, in n\u00e4heren Kontakt zu treten. Seltsamerweise war es in Neuseeland genau umgekehrt: An jeder Ecke gab es kulturelle Zentren und Folkloredarbietungen der Maori, aber die haben uns zu wenig interessiert, als dass es uns den Eintritt wert gewesen w\u00e4re. Vielleicht weil die Maori aus Polynesien stammen und \u00c4hnlichkeiten mit der urspr\u00fcnglichen Kultur Fijis aufweisen, die wir zuvor schon zwei Wochen lang mitbekommen haben. Im Grampians h\u00e4tte es \u00fcbrigens auch ein Aborigine-Zentrum gegeben&#8230;<br \/>\nJetzt sind wir also auf dem Geschichtstrip. Er\u00f6ffnet haben wir das Ganze schon vorgestern mit dem Besuch von Flagstaff Hill, einer nachgebauten Hafenstadt des 19. Jahrhunderts in Warrnambool. Dabei haben wir auch jede Menge \u00fcber die &#8222;Shipwreck Coast&#8220;, einem Teil der Great Ocean Road, erfahren. Die hei\u00dft genau deshalb so &#8211; hunderte von Schiffen sind vor dieser K\u00fcste gesunken, ihre Wracks liegen bis heute dort, wenn auch zahllose Hobbytaucher mittlerweile alle verf\u00fcgbaren Gegenst\u00e4nde weggeschafft haben d\u00fcrften. Man muss sich das mal vorstellen: Die Menschen, oft europ\u00e4ische Auswanderer, waren drei, vier Monate auf See, um in Australien ein neues Leben zu beginnen, und verungl\u00fccken dann mit dem rettenden Festland in Sichtweite. Geht es noch tragischer?<br \/>\nHeute haben wir dann gleich in Ballarat weitergemacht,\u00a0 wo es auch ein Freilichtmuseum gibt, n\u00e4mlich Sovereign Hill. Diesmal war es aber keine Hafenstadt, sondern eine Goldgr\u00e4berstadt. Ballarat und Bendigo sind n\u00e4mlich im Goldrausch Mitte des 19. Jahrhunderts gro\u00df geworden. Das Besondere an Sovereign Hill ist, dass nicht nur die Geb\u00e4ude nachgebaut wurden, sondern auch Schauspieler in den entsprechenden Kost\u00fcmen die Stadt &#8222;bewohnen&#8220;. Wir konnten also z.B. dem Schmied, dem Zuckerb\u00e4cker und der Kerzenmacherin bei ihrer Arbeit zuschauen. Ich habe mich auch kurz als Goldw\u00e4scherin versucht, allerdings ohne Erfolg, denn meine einzige Ausbeute waren nasse Schuhe, weil ich mir das Wasser aus der Goldwaschpfanne dr\u00fcbergekippt hab. \ud83d\ude09 Im benachbarten Goldmuseum musste ich sp\u00e4ter aber feststellen, dass ein wenig mehr Anstrengung vielleicht nicht geschadet h\u00e4tte, denn in der Gegend um Ballarat werden bis heute noch Goldnuggets gefunden. Da buddeln Freizeitsucher mit Metalldetektoren schon mal eben kiloschwere Nuggets aus! Unglaublich, dass es das heutzutage noch gibt.<br \/>\nGrunds\u00e4tzlich ist das Thema australische Geschichte sehr interessant, denn es gibt eigentlich fast keine! Australien ist eine sehr junge Nation, deren Einwohner sich erst seit wenigen Generationen als Australier f\u00fchlen (damit meine ich jetzt die Nicht-Aborigines). Noch vor etwa 150 Jahren, zur Zeit des Goldrauschs, als viele Einwanderer in das Land str\u00f6mten, gab es haupts\u00e4chlich Europ\u00e4er und Asiaten in Australien &#8211; aber kein eigenes australisches Volk. Die heutigen Australier sind alle Nachfahren dieser Einwanderer und sehen sich oft noch als ein wenig britisch, irisch, deutsch oder was auch immer an. Das steht nat\u00fcrlich in starkem Gegensatz zur jahrtausendealten europ\u00e4ischen Geschichte mit soundsovielen V\u00f6lkerwanderungen, alten Adelsgeschlechtern, bedeutsamen Schlachten, imposanten Bauwerken und und und. Wie gesagt, sehr interessant, mal einen Einblick in eine ganz andere Art von Geschichte zu bekommen. Am 26.01. ist \u00fcbrigens Australia Day, der Nationalfeiertag Australiens. Da ziehen sich alle Australien-Tshirts an, trinken Bier aus Australien-Bechern und schwenken Australien-Flaggen. Stellt euch das mal bei uns am Tag der Deutschen Einheit vor&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir hatten unseren Plan, in den Grampians Nationalpark zu fahren, ja noch nicht ganz aufgegeben und haben uns deshalb nochmal in einer Touristeninfo beraten lassen. 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