{"id":870,"date":"2014-01-19T13:45:29","date_gmt":"2014-01-19T12:45:29","guid":{"rendered":"http:\/\/floni.eu\/?p=870"},"modified":"2014-01-19T13:45:29","modified_gmt":"2014-01-19T12:45:29","slug":"great-ocean-road","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/weltreise.floni.eu\/?p=870","title":{"rendered":"Great Ocean Road"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem ich die Great Ocean Road im vorherigen Beitrag nur kurz erw\u00e4hnt hab, will ich jetzt nochmal genauer erkl\u00e4ren, was das eigentlich ist. Praktischerweise kann ich mittlerweile auch aus erster Hand berichten, denn wir sind sie gestern und heute selbst gefahren. \ud83d\ude42<br \/>\nDie Great Ocean Road (GOR, das wird mir sonst auf Dauer zu bl\u00f6d zum Tippen) ist erstmal nur eine Stra\u00dfe an der S\u00fcdspitze Victorias westlich von Melbourne, zwischen den Orten Torquay und Warnambool. Sie geht nicht durchgehend direkt an der K\u00fcste entlang, so dass man das Meer sehen kann, sondern teilweise auch durch Farmland und Regenwald. Was macht sie so besonders, dass sie zu den Top 3 der Sehensw\u00fcrdigkeiten Australiens gez\u00e4hlt wird? Nun, zum einen die sch\u00f6ne Landschaft, durch die sie f\u00fchrt. Breite Sandstr\u00e4nde und t\u00fcrkisblaues Wasser, dann wieder gr\u00fcner Regenwald mit Farnen und riesigen Eukalyptusb\u00e4umen &#8211; ein Farbenfest f\u00fcrs Auge. Besonders sch\u00f6n nat\u00fcrlich bei Sonnenschein, da hatten wir heute mehr Gl\u00fcck als gestern. Vor allem die K\u00fcstenabschnitte sind ber\u00fchmt, da die Steilk\u00fcste aus Sandstein besteht, der so weich ist, dass er von den ewig dagegenbrandenden Wellen in beeindruckende Formen geschliffen wurde und immer noch wird. H\u00f6hepunkt hierbei sind die &#8222;Twelve Apostels&#8220;, Sandsteinfelsen im Meer, die einmal zur Festlandk\u00fcste geh\u00f6rt haben und vom Meer umsp\u00fclt wurden. Leider sind es aber keine zw\u00f6lf mehr, denn der Nachteil an weichem Sandstein ist, dass er irgendwann, wenn das Meer ihn zuweit untersp\u00fclt hat, instabil wird und zusammenbricht. Das letzte Mal ist das 2005 passiert. Insgesamt sieht man mit gutem Willen noch sechs Apostel und ein Ap\u00f6stelchen, die anderen sind nur noch traurige Steinhaufen im Meer. Es erinnert mich an das Lied von den zehn kleinen Negerlein&#8230; Auch andere Steinformationen haben gelitten, so ist z.B. die &#8222;London Bridge&#8220;, einst eine stolze Steinbr\u00fccke mit zwei B\u00f6gen, schon vor meiner Geburt in der Mitte durchgebrochen. Wer sich das ganze in verbliebener Pracht ansehen will, sollte sich also beeilen &#8211; oder ein paar tausend Jahre warten, bis das Meer neue Apostel und Br\u00fccken geschaffen hat!<br \/>\nNeben den &#8222;Twelve Apostels&#8220; und Co bietet die GOR auch ein paar h\u00fcbsche Ferienorte mit Badestr\u00e4nden, Stra\u00dfencafes und Surfershops, die wir allerdings immer m\u00f6glichst schnell durchfahren haben, da sich hier die Hauptsaisontouristen zusammenballen. Daf\u00fcr haben wir dank einer bestens informierten Routenplanerin &#8211; n\u00e4mlich meine Wenigkeit &#8211; an einer sehr unscheinbaren Stra\u00dfe angehalten, an der man laut Infobrosch\u00fcre Koalas sehen soll. Und tats\u00e4chlich haben wir vier St\u00fcck durch die Eukalyptusbl\u00e4tter ersp\u00e4hen k\u00f6nnen! Wirklich knuddelig, aber auch furchtbar faul. Einer hat sich zumindest hingebungsvoll am Ohr gekratzt, die anderen drei haben noch nicht mal ein Auge aufgemacht und sa\u00dfen die ganze Zeit schlafend in ihrer Astgabel. Trotzdem s\u00fc\u00df. \ud83d\ude42<br \/>\nWas die GOR aber auch noch besonders macht: Sie gilt als gr\u00f6\u00dftes Kriegsdenkmal der Welt. Die urspr\u00fcngliche Stra\u00dfe wurde n\u00e4mlich nach dem Ersten Weltkrieg von \u00fcber 3000 Kriegsheimkehrern in m\u00fchevoller Handarbeit mit Spitzhacke und Schaufel aus dem Felsen geschlagen und den gefallenen Kameraden gewidmet. Damals entstand eine einspurige Schotterstra\u00dfe, auf der der Verkehr stundenweise in die eine oder die andere Richtung fahren durfte. Mittlerweile ist die GOR eine zweispurige geteerte Stra\u00dfe, aber die Vorstellung, wie die Soldaten damals vermutlich ihre Trauer und die schlimmen Erinnerungen durch die k\u00f6rperliche Schwerstarbeit verdr\u00e4ngen wollten und sich zentimeterweise durch den Felsen arbeiteten, ist trotzdem noch sehr ber\u00fchrend.<br \/>\nInsgesamt muss man aber auch ehrlicherweise sagen, dass die Werbeleute ihren Job bei der GOR gut gemacht haben, denn da wurde jedes noch so kleine erw\u00e4hnenswerte Detail in beeindruckenden blumigen Beschreibungen verarbeitet. Wir waren von der &#8222;Topsehensw\u00fcrdigkeit&#8220; GOR am Ende ein klein wenig entt\u00e4uscht, denn es war zwar sch\u00f6n, aber halt nicht wirklich top. Ich glaube, Australien hat doch noch aufregendere Dinge zu bieten als diese Stra\u00dfe.<br \/>\nHeute vormittag haben wir auch noch einen Abstecher in den Otway Nationalpark gemacht und den &#8222;Otway Fly&#8220; besucht &#8211; den h\u00f6chsten und l\u00e4ngsten Baumwipfelpfad der Welt! Auf dem h\u00f6chsten Turm waren wir in 47 Metern H\u00f6he, konnten aber trotzdem nicht \u00fcber die Baumkronen sehen, weil noch h\u00f6here Eukalyptusb\u00e4ume um uns rum standen, genannt &#8222;Mountain Ash&#8220;. Diese B\u00e4ume sind quasi die Mammutb\u00e4ume Australiens &#8211; und ja, irgendwie ist unsere Reise von gro\u00dfen B\u00e4umen gepr\u00e4gt. Ob Araukarien, Kauri oder Mountain Ash, wir hatten sie alle! \ud83d\ude09 Das Lustige an diesen Eukalyptusb\u00e4umen ist, dass sie zwar sehr hoch werden (sie wachsen bis zu einem Meter pro Jahr), aber oft nicht wirklich dick. Man geht praktisch durch einen Wald voller riesiger Zahnstocher, die im Wind entsprechend stark schwanken. Das genaue Gegenteil der Kaurib\u00e4ume in Neuseeland also.<br \/>\nWie wir jetzt nach der GOR weiterfahren, wissen wir immer noch nicht genau. Heute nacht sind wir in Peterborough untergekommen, morgen fahren wir das letzte, recht unspektakul\u00e4re St\u00fcck auf der GOR und suchen uns dann eine Touristeninfo, um den R\u00fcckweg nach Sydney zu planen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem ich die Great Ocean Road im vorherigen Beitrag nur kurz erw\u00e4hnt hab, will ich jetzt nochmal genauer erkl\u00e4ren, was das eigentlich ist. 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