{"id":826,"date":"2014-01-07T22:31:05","date_gmt":"2014-01-07T21:31:05","guid":{"rendered":"http:\/\/floni.eu\/?p=826"},"modified":"2014-01-07T22:31:59","modified_gmt":"2014-01-07T21:31:59","slug":"fuenf-wochen-neuseeland-die-bilanz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/weltreise.floni.eu\/?p=826","title":{"rendered":"F\u00fcnf Wochen Neuseeland &#8211; die Bilanz"},"content":{"rendered":"<p>Neuseeland war uns ja im Vorfeld der Reise besonders wichtig. Weil es so furchtbar weit weg ist, dass wir nicht wissen, ob wir da nochmal hinkommen. Weil es so sch\u00f6n sein soll. Und weil sowieso jeder gerne mal dorthin fahren w\u00fcrde. Also haben wir uns daf\u00fcr den l\u00e4ngsten Zeitabschnitt auf unserer Reise genommen &#8211; f\u00fcnf lange Wochen. Und jetzt? Jetzt waren die f\u00fcnf Wochen pl\u00f6tzlich sehr kurz f\u00fcr all das, was wir sehen wollten, und sind tats\u00e4chlich schon wieder vorbei. Heute geben wir unseren Mietwagen ab und fliegen von Christchurch nach Sydney.<br \/>\nWie war jetzt also dieses Neuseeland? Landschaftlich wundersch\u00f6n und unglaublich vielf\u00e4ltig. Wie oft haben wir gesagt: Oh, das sieht ja aus wie in Schweden. In Griechenland. In Brasilien. Auf Fiji. Und ich wei\u00df nicht mehr wo \u00fcberall noch. So viele Arten von Landschaften auf so engem Raum, innerhalb von ein paar Stunden kann man quasi durch die ganze Welt fahren. Das war wirklich faszinierend. Ihr habt ja die Fotos gesehen und k\u00f6nnt hoffentlich nachvollziehen, was ich meine. Auch die vielen Tiere, die wir zum Teil ganz aus der N\u00e4he sehen konnten, haben uns sehr beeindruckt.<br \/>\nEs gab aber auch Dinge, die nicht so toll waren. Zum einen wird das Land regelrecht \u00fcberschwemmt von Backpackern und &#8222;Work &amp; Travel&#8220;-Reisenden. Besonders von deutschen. Ich kann mich an kein Hostel erinnern, in dem nicht mindestens die H\u00e4lfte der G\u00e4ste Deutsche waren, meist eher dreiviertel oder noch mehr. Es lohnt sich daher eigentlich gar nicht, die Leute auf Englisch anzusprechen, weil man mit Deutsch einfach eine h\u00f6here Trefferquote hat. Wir sind mittlerweile auch ganz gut darin, Deutsche an ihrem deutschen Englisch zu erkennen, denn leider k\u00f6nnen viele hier nicht besonders gut Englisch, zumindest was die Aussprache angeht (Stichwort &#8222;th&#8220;). Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen wir uns da im Grunde nicht beschweren, denn wir sind ja genauso deutsche Backpacker, aber es ist trotzdem nervig. Die vielen Touristen treiben aber auch die Preise extrem in die H\u00f6he. Wir haben mit einem \u00e4lteren Ehepaar aus Holland gesprochen, das vor acht Jahren schon mal da war. Sie waren entsetzt dar\u00fcber, wie teuer alles geworden ist: Unterkunft, Essen, Benzin &#8211; alles mindestens verdoppelt! Und meinten dann erstaunlich gut gelaunt, dass sie vermutlich v\u00f6llig pleite wieder nach Hause kommen w\u00fcrden&#8230; Dass es nicht mehr so sch\u00f6n einfach ist wie fr\u00fcher, merken auch die ganzen Work&amp;Traveller. Wir haben mehrmals mitbekommen, dass sie \u00fcber die schlechte Bezahlung und die Schwierigkeit, \u00fcberhaupt einen Job zu finden, geschimpft haben und sagten, dass sie lieber in Deutschland noch mehr h\u00e4tten arbeiten sollen.<br \/>\nEin zweiter Punkt, der uns negativ aufgefallen ist, ist die \u00fcberm\u00e4\u00dfige Betonung der &#8222;urspr\u00fcnglichen&#8220; Flora und Fauna Neuseelands. Die Neuseel\u00e4nder lieben ja z.B. ihren Kiwi \u00fcber alles, diesen flugunf\u00e4higen nachtaktiven Vogel, der am Boden nach Insekten stochert und sich dabei immer wieder den Dreck aus den Nasenl\u00f6chern (am Schnabel!) blasen muss. Leider ist der Kiwi durch eingeschleppte Fressfeinde stark bedroht. Vor allem das Oppossum ist Neuseelands Staatsfeind Nr. 1, weshalb es gnadenlos gejagt und vergiftet wird. Wir haben den dringenden Verdacht, dass auch die vielen matschigen Oppossums auf der Stra\u00dfe nicht alle ausversehen \u00fcberfahren wurden&#8230; Es gibt sogar Kleidung aus Oppossumfasern, mit dem unglaublichen Slogan &#8222;Wear a possum, save a kiwi!&#8220;. Hallo? Neutral betrachtet war es einfach eine evolution\u00e4r saudumme Idee von diesem Vogel, seine Fl\u00fcgel wegzuentwickeln, ohne sich geeignete Verteidigungsinstrumente anzuentwickeln. Da kann doch das Oppossum nichts daf\u00fcr! Und das gleiche wird auch mit anderen Tieren gemacht und sogar mit Pflanzen, die angeblich einheimische Pflanzen verdr\u00e4ngen. Das ist kein Naturschutz mehr, das ist der Evolution ins Handwerk pfuschen. Bei jeder kleinen Wanderung kommt man an Fallen vorbei, in manchen Gebieten wird auch gro\u00dffl\u00e4chig Gift verteilt oder sogar per Hubschrauber verspr\u00fcht. Einmal haben wir an einem \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Campingplatz angehalten und wollten dort etwas spazieren gehen, wurden aber von Giftwarnschildern davon abgehalten. Wer kommt bitte auf die bescheuerte Idee, auf einem CAMPINGPLATZ Gift zu verspr\u00fchen, ohne ihn zumindest vor\u00fcbergehend zu sperren? Ihr merkt schon, es hat uns irgendwann ziemlich aufgeregt und zwischenzeitlich den positiven Eindruck von Neuseeland stark getr\u00fcbt.<br \/>\nAber insgesamt \u00fcberwiegt das Positive doch und wir sind sehr dankbar f\u00fcr die Zeit hier. Zwei Tipps hab ich noch f\u00fcr alle, die auch sowas wie wir machen wollen. Erstens: Holt euch am besten schon im Vorfeld die BBH-Karte f\u00fcr 45 Dollar. BBH ist eine Art neuseel\u00e4ndischer Jugendherbergsverband und mit der Karte bekommt man bei jeder \u00dcbernachtung in einem BBH-Hostel 3 Dollar Erm\u00e4\u00dfigung. Wir dachten am Anfang, es w\u00fcrde sich f\u00fcr uns nicht lohnen, weil wir ja durch den deutschen Jugendherbergsverband schon YHA-Mitglieder sind. Leider gibt es aber viel weniger YHA- als BBH-Hostels und dann sind die oft trotz Erm\u00e4\u00dfigung noch teurer als andere Hostels ohne Erm\u00e4\u00dfigung. Wir waren also meistens in BBH-Hostels und h\u00e4tten im Nachhinein die Karte gut gebrauchen k\u00f6nnen, vor allem, weil man damit auch bei vielen Attraktionen noch Erm\u00e4\u00dfigungen bekommt. Zweitens: Wann immer ihr einen Pak&#8217;nSafe findet, geht dort einkaufen. Es ist einfach deutlich g\u00fcnstiger als in anderen Superm\u00e4rkten. Die zwei gr\u00f6\u00dften Ketten in Neuseeland sind New World und Countdown, aber das preisliche Verh\u00e4ltnis von denen zum Pak&#8217;n&#8217;Safe ist wie bei uns Tengelmann zu Aldi. Wir waren ja fast jeden Tag einkaufen, weil wir nicht viel mitnehmen konnten, und kennen uns mittlerweile ziemlich gut in den Angeboten von allen drei Ketten aus, aber wir waren immer dankbar f\u00fcr einen Pak&#8217;n&#8217;Safe, weil es dann zumindest nicht ganz so teuer war.<br \/>\nUnd jetzt, nach so vielen N\u00e4chten in verschiedenen Betten &#8211; vom Stockbett im F\u00fcnfer-Schlafsaal bis zum Doppelbett im eigenen Studio mit Bad und K\u00fcchenzeile, meistens (aber leider nicht immer) ohne die ber\u00fcchtigten &#8222;bed bugs&#8220; &#8211; hei\u00dft es also Abschied nehmen von diesem gro\u00dfen kleinen Land. Aber wie sagt der Neuseel\u00e4nder doch bei jeder Gelegenheit: &#8222;No worries!&#8220; &#8211; &#8222;Passt scho&#8216;!&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neuseeland war uns ja im Vorfeld der Reise besonders wichtig. Weil es so furchtbar weit weg ist, dass wir nicht wissen, ob wir da nochmal hinkommen. Weil es so sch\u00f6n sein soll. 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