{"id":1330,"date":"2014-03-06T12:43:59","date_gmt":"2014-03-06T11:43:59","guid":{"rendered":"http:\/\/floni.eu\/?p=1330"},"modified":"2014-03-06T12:43:59","modified_gmt":"2014-03-06T11:43:59","slug":"the-final-countdown","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/weltreise.floni.eu\/?p=1330","title":{"rendered":"The Final Countdown"},"content":{"rendered":"<p>Nun ist es also tats\u00e4chlich so weit: Unsere Heimreise steht direkt bevor. In etwa sechs Stunden startet der Flieger in Bangkok, dann trennen uns noch 17 Stunden von M\u00fcnchen, unseren Familien und Freunden und unserem Zuhause. Bildlich gesprochen ist der riesige Eisberg Weltreise, der vor f\u00fcnf Monaten vor uns aufragte und uns unendlich schien, zu einem k\u00fcmmerlichen Eiskl\u00fcmpchen zusammengeschmolzen und wir k\u00f6nnen uns kaum vorstellen, dass er einmal so gro\u00df war. Und w\u00e4hrend wir uns unterwegs ja oft nach Hause w\u00fcnschten und diesen letzten Tag herbeisehnten, mischt sich jetzt, wo es wirklich nach Hause geht, ein wenig Wehmut in die Vorfreude. Ein kleines bisschen schade finden wir es dann doch, dass unser Abenteuer nun vorbei ist, denn wie uns unz\u00e4hlige Male gesagt wurde: So etwas macht man nur einmal im Leben und daran werden wir uns unser ganzes Leben lang erinnern.<\/p>\n<p>Der Vollst\u00e4ndigkeit halber will ich aber noch ein paar Worte zu Kambodscha sagen, schlie\u00dflich soll unser letztes Reiseland nicht vor lauter Heimreise untergehen. Wenn es nicht so furchtbar hei\u00df und schw\u00fcl gewesen w\u00e4re, h\u00e4tten wir uns sicher gew\u00fcnscht, weniger Vietnam und mehr Kambodscha gemacht zu haben. Denn was ich am Anfang schon mal als ersten Eindruck erw\u00e4hnt habe, hat sich best\u00e4tigt: Die Menschen dort sind viel freundlicher und offener, man f\u00fchlt sich einfach wohler. Dabei ist Kambodscha ein bitterarmes Land und hat immer noch unter den Folgen der jahrzehntelangen B\u00fcrgerkriege\u00a0und der vierj\u00e4hrigen Schreckensherrschaft der Roten Khmer in den 70er Jahren zu leiden. Trotzdem haben wir keine Feindseligkeit oder Missgunst gesp\u00fcrt, die Menschen waren ehrlich dankbar f\u00fcr unser Trinkgeld und haben nie von sich aus etwas von uns gefordert. Ganz anders war es in Vietnam, wo sich uns mehrmals jemand in den Weg gestellt hat und uns nur gegen ein Trinkgeld (das nat\u00fcrlich in solchen F\u00e4llen kein wirkliches Trinkgeld mehr ist) vorbeilassen wollte. Vielleicht ist es auch nicht richtig, immer Vietnam und Kambodscha zu vergleichen, aber wir hatten vorher eben gedacht, dass diese beiden L\u00e4nder sich sehr \u00e4hneln w\u00fcrden und waren \u00fcberrascht \u00fcber die gro\u00dfen Unterschiede vor allem im zwischenmenschlichen Bereich. Ein letzter Vergleich \u00a0(ja, einmal vergleiche ich noch) macht das nochmal besonders deutlich. Wir hatten ja f\u00fcr unsere drei Tage Angkor einen Tuktukfahrer namens Mr. Theoun, der uns von unserem Hotel vermittelt worden war. Mr. Theoun fuhr uns aber nicht nur durch die Gegend, sondern hatte noch zus\u00e4tzliche Serviceangebote in Form von gek\u00fchltem Wasser und Erfrischungst\u00fcchern auf Lager. Das Lustige war, dass seine K\u00fchlbox aus einer Styroporkiste bestand, in die er morgens einen gro\u00dfen Eisblock legte. Der hielt den hohen Temperaturen aber nat\u00fcrlich auch nicht ewig stand, so dass die Wasserflaschen und Erfrischungst\u00fccherpackungen in der Kiste am Nachmittag immer wie Fische in einem Aquarium herumschwammen. Mr. Theoun bot uns also nach jedem einzelnen Tempel (und oft schon davor) Wasser an, auch wenn wir noch so oft versicherten, dass wir genug dabei h\u00e4tten. Mir kam diese Beharrlichkeit irgendwann verd\u00e4chtig vor, ich konnte nicht glauben, dass er wirklich so besorgt um uns war und vermutete, dass er uns am Ende eine Liste pr\u00e4sentieren w\u00fcrde, auf der jede Wasserflasche und jedes Erfrischungstuch genau abgerechnet w\u00fcrden. Denn &#8211; und nun kommt der Vergleich ins Spiel &#8211; ich hatte noch allzu gut den Rikschafahrer in Hanoi im Ged\u00e4chtnis, der uns \u00fcber den Tisch ziehen wollte. Wir hatten ihn f\u00fcr eine Fahrt um den Hoan Kiem See gebucht, weil wir einmal Rikscha fahren wollten, und (noch) gutgelaunt seinen Preis von 200.000 Dong akzeptiert, obwohl wir wussten, dass das viel zu viel war. Nach der Fahrt gab ihm Flo in einem Anfall von Gro\u00dfz\u00fcgigkeit sogar noch 10.000 Dong Trinkgeld obendrauf, und ironischerweise wurde dem Rikschafahrer das zum Verh\u00e4ngnis. Er hielt uns n\u00e4mlich pl\u00f6tzlich auf, als wir schon gehen wollten, und streckte uns drei Zehntausender hin. Erst nach einer Weile begriffen wir, dass er behauptete, wir h\u00e4tten ihm statt Hunderttausender Zehntausender gegeben &#8211; diese beiden Scheine sehen sich tats\u00e4chlich sehr \u00e4hnlich. Flo h\u00e4tte zwar nicht beschw\u00f6ren k\u00f6nnen, dass er die richtigen Scheine gegeben hatte, er wusste aber hundertprozentig, dass er zwei verschiedene Scheinarten gegeben hatte. Drei Zehntausender konnten also nicht stimmen. Als der Fahrer merkte, dass wir nicht auf seinen Trick hereinfielen, behauptete er in einem zweiten, sehr erb\u00e4rmlichen Versuch, die 200.000 Dong seien pro Person gedacht gewesen, worauf wir uns gar nicht mehr einlie\u00dfen, denn das war nun wirklich zu offensichtlich. Unsere gute Laune aber war dahin. Diese negative Erfahrung \u00fcbertrug ich nun auf unseren Tuktukfahrer &#8211; und tat ihm damit furchtbar Unrecht, denn am Ende verlangte er nur den vorher vereinbarten Preis und berechnete weder das Wasser noch die T\u00fccher noch die Leckereien von den Stra\u00dfenst\u00e4nden, die er uns gekauft hatte. Als wir den Gesamtbetrag von 74 Dollar auf 85 aufstockten, strahlte er richtig, bedankte sich immer wieder daf\u00fcr, dass wir ihn drei Tage gebucht hatten (und ihn damit drei Tage vor bangem Warten auf Kundschaft bewahrt hatten) und meinte, wir w\u00fcrden damit seiner Tochter helfen. Dazu muss man wissen, dass viele Kambodschaner gerade mal ein Jahreseinkommen im dreistelligen Dollarbereich haben, 85 Dollar in dreieinhalb Tagen ist also ein sehr ordentlicher Verdienst. Aber wir gaben ihm das Geld nat\u00fcrlich sehr gern, denn er war einer der freundlichsten Menschen, die wir auf unserer Reise getroffen haben. Erfahrungen wie diese haben dazu gef\u00fchrt, dass wir Kambodscha in sehr positiver Erinnerung behalten und auch weiterempfehlen (allerdings nur, wenn man mit den zweifelsohne sehr niedrigen Standards bez\u00fcglich Infrastruktur, Hygiene etc. zurecht kommt).<\/p>\n<p>So, jetzt steht noch ein letztes Abendessen im Hotel an, dann fahren wir zum Flughafen. Den n\u00e4chsten Bericht &#8211; vielleicht schon so etwas wie eine abschlie\u00dfende Bewertung oder Interpretation, vielleicht nur ein Kommentar zu unserer Heimkehr &#8211; werde ich schon von zuhause aus schreiben. Auch wenn dies also noch nicht das endg\u00fcltige Ende ist, sagen wir schon mal Danke an alle treuen Leser. Wir freuen uns auf euch! \ud83d\ude42<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun ist es also tats\u00e4chlich so weit: Unsere Heimreise steht direkt bevor. 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