{"id":1177,"date":"2014-02-20T15:26:37","date_gmt":"2014-02-20T14:26:37","guid":{"rendered":"http:\/\/floni.eu\/?p=1177"},"modified":"2014-02-20T15:26:37","modified_gmt":"2014-02-20T14:26:37","slug":"same-same-but-different","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/weltreise.floni.eu\/?p=1177","title":{"rendered":"Same same but different"},"content":{"rendered":"<p>Bisher habe ich kaum etwas von den Beobachtungen bez\u00fcglich des Alltagslebens in Vietnam berichtet, die wir gemacht haben. Das m\u00f6chte ich nun nachholen. Wir hatten zwar (noch) keinen engeren pers\u00f6nlichen Kontakt, aber mit offenen Augen und Ohren durch die Stra\u00dfen zu gehen reicht schon, um einen Eindruck zu bekommen.<br \/>\nLaut Reisef\u00fchrer sind die drei wichtigsten Dinge im Leben eines Vietnamesen die Ahnenverehrung, das Gesch\u00e4ft und die Familie, und zwar in dieser Reihenfolge. Das k\u00f6nnen wir nur best\u00e4tigen. Ob Souvenirladen, Restaurant\/Gark\u00fcche oder Hotel &#8211; immer sind es Familienbetriebe, bei denen von der Oma bis zum Teenager alle mithelfen. Oft genug sind die L\u00e4den quasi der erste Raum des Hauses, in dem die ganze Familie lebt. Und oft genug ist es der mit Abstand gr\u00f6\u00dfte Raum und den Menschen bleibt selbst nur noch ein Zimmerchen, in dem alle schlafen. Daher sind z.B. oft Fernseher in einer Ecke des Raumes aufgebaut, vor denen sich die Familie versammelt, wenn gerade kein Kunde zu bedienen ist (oder wenn sie beschlie\u00dft, dass jetzt eben mal kein Kunde bedient wird). Obligatorisch ist auch ein kleiner Altar mit G\u00f6tterstatuen, R\u00e4ucherst\u00e4bchen und Lebensmitteln, die als Opfer gebracht werden. Um diese Alt\u00e4re wird sich mit Hingabe gek\u00fcmmert, immer frisches Obst, immer glimmende R\u00e4ucherst\u00e4bchen. Ahnenverehrung hat eben Priorit\u00e4t.<br \/>\nDa die Menschen oft so beengt wohnen, spielt sich der gr\u00f6\u00dfte Teil des Alltagsleben buchst\u00e4blich auf der Stra\u00dfe ab. Es gibt zwar meistens Gehwege in den St\u00e4dten, als Fu\u00dfg\u00e4nger muss man aber trotzdem auf der Stra\u00dfe gehen, weil die Gehwege f\u00fcr alles andere genutzt werden, nur nicht f\u00fcr ihre eigentliche Bestimmung. Oft sieht man den Boden nicht mehr vor lauter Mopeds, die dort geparkt werden, und Plastikst\u00fchlchen, auf denen die Einheimischen sitzen und reden, essen, schlafen, rauchen oder mit was man sich sonst so den Tag vertreibt, w\u00e4hrend man auf Kunden f\u00fcr sein jeweiliges Gesch\u00e4ft wartet.<br \/>\nIch war zu Beginn in Hanoi \u00fcberrascht \u00fcber das idyllische Vogelgezwitscher, das trotz Verkehrsl\u00e4rm \u00fcberall zu h\u00f6ren war &#8211; bis ich herausfand, woher es kommt: \u00dcber fast jeder Eingangst\u00fcr h\u00e4ngen winzige Vogelk\u00e4fige, in denen jeweils ein bis zwei V\u00f6gel gehalten werden. Erstaunlicherweise singen die meisten trotz ihres beengten Lebensraumes sehr eifrig. Als Dekoration verbreitet sind auch Aquarien mit Fischen, die aber oft viel zu klein f\u00fcr ihre Bewohner sind. Tierfreunde sollten da besser die Augen schlie\u00dfen.<br \/>\nEin nicht besonders \u00e4sthetisches, aber dennoch wichtiges Thema sind die &#8211; sagen wir mal &#8211; sanit\u00e4ren Einrichtungen. An schmutzige Toiletten und fehlendes Klopapier haben wir uns ja schon in S\u00fcdamerika gew\u00f6hnt, aber \u00f6ffentliche asiatische Toiletten setzen da nochmal eins drauf. Wobei von draufsetzen eben gerade nicht mehr die Rede sein kann, denn es gibt oft keine Klosch\u00fcsseln, sondern nur in den Boden eingelassene Porzellanbecken mit Loch in der Mitte und Platz f\u00fcr die F\u00fc\u00dfe links und rechts. Selbsterkl\u00e4rend, wie die benutzt werden m\u00fcssen. Das ist nat\u00fcrlich f\u00fcr Frauen deutlich m\u00fchsamer als f\u00fcr M\u00e4nner und setzt eine gewisse Gelenkigkeit voraus. \ud83d\ude09 Das beste ist aber die &#8222;Klosp\u00fclung&#8220;: Nix mit Knopf dr\u00fccken und Wasser kommt, nein, selber sch\u00f6pfen ist angesagt! In der Deluxeversion hat jede Kabine ihr eigenes Wasserfass, normalerweise gibt es aber ein gro\u00dfes Wasserfass f\u00fcr alle Kabinen. Zu dem geht man dann nach getaner Arbeit und holt sich eine Sch\u00f6pfkelle voll Wasser, um nachzusp\u00fclen. Da die meisten das offenbar recht schwungvoll machen, ist der Boden solcher Toiletten eigentlich immer nass. Man sollte daher nicht allzu d\u00fcnnes Schuhwerk tragen, um nicht direkt in der Pf\u00fctze stehen zu m\u00fcssen. Auch die Duschen sind recht interessant, denn es gibt h\u00e4ufig keine Duschkabinen, sondern nur einen Duschkopf mit Schlauch im Bad und einen Abfluss im Boden. Hei\u00dft: Vor dem Duschen alles, was nicht nass werden soll, aus dem Bad r\u00e4umen und nach dem Duschen erstmal warten, bis das Wasser einigerma\u00dfen abgelaufen ist, bevor man das Bad wieder nutzen kann. Das hatten wir jetzt schon mehrmals in unseren Unterk\u00fcnften und ich muss sagen, es ist ziemlich nervig. Ich hatte ja eigentlich gedacht, ich h\u00e4tte schon genug Bescheidenheit auf der Reise gelernt und w\u00fcsste alle vorher so selbstverst\u00e4ndlichen Dinge zu sch\u00e4tzen. Nun, ich hatte mich geirrt, denn jetzt freue ich mich auch noch \u00fcber Klosch\u00fcsseln und Duschkabinen. Welch gl\u00fcckliches Leben liegt da vor mir&#8230; \ud83d\ude09<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bisher habe ich kaum etwas von den Beobachtungen bez\u00fcglich des Alltagslebens in Vietnam berichtet, die wir gemacht haben. Das m\u00f6chte ich nun nachholen. Wir hatten zwar (noch) keinen engeren pers\u00f6nlichen Kontakt, aber mit offenen Augen und Ohren durch die Stra\u00dfen &hellip; <a href=\"https:\/\/weltreise.floni.eu\/?p=1177\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/weltreise.floni.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1177"}],"collection":[{"href":"https:\/\/weltreise.floni.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/weltreise.floni.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/weltreise.floni.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/weltreise.floni.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1177"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/weltreise.floni.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1177\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1178,"href":"https:\/\/weltreise.floni.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1177\/revisions\/1178"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/weltreise.floni.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1177"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/weltreise.floni.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1177"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/weltreise.floni.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1177"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}