{"id":1072,"date":"2014-02-14T18:46:05","date_gmt":"2014-02-14T17:46:05","guid":{"rendered":"http:\/\/floni.eu\/?p=1072"},"modified":"2014-02-15T13:43:55","modified_gmt":"2014-02-15T12:43:55","slug":"1072","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/weltreise.floni.eu\/?p=1072","title":{"rendered":"Winterliches Vietnam"},"content":{"rendered":"<p>Vielleicht habt ihr in Deutschland auch etwas von den asiatischen Neujahrsfeierlichkeiten geh\u00f6rt. W\u00e4hrend nach dem Sonnenkalender, den wir verwenden, das neue Jahr immer am ersten Januar beginnt, findet dieses Ereignis nach dem Mondkalender irgendwann zwischen Mitte Januar und Mitte Februar statt. Dieses Jahr war es am 31. Januar so weit: Das Jahr des Pferdes begann. Ich bin \u00fcbrigens auch in einem Jahr des Pferdes geboren, also wird 2014 hoffentlich ein besonders gl\u00fcckliches Jahr. \ud83d\ude42 Wir waren am 31. Januar zwar noch in Australien, haben es aber trotzdem mitbekommen, da es in Australien viele Menschen asiatischer Abstammung gibt. Vor allem Sydney war voll von Plakaten und Bannern, die Stra\u00dfen waren bunt geschm\u00fcckt und es gab Paraden und Feierlichkeiten.<br \/>\nWarum ich das jetzt erz\u00e4hle? Weil dieser Jahreswechsel nach dem Mondkalender auch unsere Reise beeinflusst hat. Wir haben im Vorfeld schon den Hinweis bekommen, ja nicht zum Tetfest nach Vietnam zu fahren, denn dieses Fest wird traditionell mit der Familie gefeiert. Da die meisten St\u00e4dter dazu aufs Land zu ihren Verwandten fahren, sind die St\u00e4dte fast ausgestorben, Hotels und L\u00e4den geschlossen, Busse und Z\u00fcge ausgebucht, es herrscht quasi Ausnahmezustand. In Hanoi z.B. verbleiben zur Zeit des Tetfestes gerade mal 20 Prozent der Einwohner. Wir haben daher bei der Reiseplanung darauf geachtet, so viel Abstand wie m\u00f6glich zu halten, und sind erst eine Woche nach dem Tetfest nach Vietnam gereist. Zwar immer noch nicht optimal, aber der Zeitplan der gesamten Reise hat nun mal ergeben, dass wir genau zu dieser Zeit in Vietnam sind.<br \/>\nNaja, selbst wenn so viele Leute weg waren &#8211; als wir in Hanoi ankamen, waren die auf jeden Fall alle schon wieder da. In der Stadt gibt es \u00fcbrigens sieben Millionen Einwohner und sechs Millionen Mopeds und Motorr\u00e4der (kein Scherz, das sind die offiziellen Zahlen). Da das Tetfest aber eben nur kurze Zeit zur\u00fcck lag, waren die Stra\u00dfen alle noch geschm\u00fcckt und rund um den Hoan Kiem See im Zentrum Hanois waren wundersch\u00f6ne Blumenbeete aufgebaut. Abends wurde es dann nochmal toller, als die vielen Lichterketten in allen Farben leuchteten und blinkten. Im Fotoalbum k\u00f6nnt ihr euch ein paar Fotos dazu ansehen. Es hatte also durchaus Vorteile, direkt nach dem Tetfest hier zu sein.<br \/>\nVon Nachteil ist es allerdings dann, wenn man die Parf\u00fcmpagode besichtigen will &#8211; und wie ich im letzten Beitrag schon geschrieben hatte, wollten wir das. Der Beginn des neuen Jahres nach dem Mondkalender ist n\u00e4mlich die Zeit, in der die vietnamesischen Pilger Richtung Parf\u00fcmpagode aufbrechen, um den G\u00f6ttern ihre W\u00fcnsche f\u00fcr das kommende Jahr vorzubringen und Segen zu erbitten. Die unter dem etwas irref\u00fchrenden Namen Parf\u00fcmpagode zusammengefassten Tempel und Pagoden (insgesamt 15 St\u00fcck) auf dem Berg Huong Tich geh\u00f6ren zu den wichtigsten buddhistischen St\u00e4tten in Vietnam. Als wir in unserem Guesthouse in Hanoi den Ausflug dorthin gebucht haben, gab die Besitzerin denn auch zu bedenken, dass es dort momentan sehr voll sei und empfahl uns, den Berg nicht auf dem Pilgerpfad zu besteigen, sondern die Seilbahn bis zum Gipfel zu nehmen. Da haben wir nicht Nein gesagt&#8230; \ud83d\ude09 Um nicht vollkommen au\u00dfer Form zu geraten, haben wir uns aber zumindest dazu entschieden, hinunter zu gehen und nicht zu fahren. Das Besondere an diesem Berg ist, dass er nur per Boot erreicht werden kann, es gibt keine Stra\u00dfe dorthin. Als wir mit unserer Reisegruppe dann in einem der typischen Blechboote sa\u00dfen und Richtung Berg gerudert wurden, merkten wir nach und nach, dass au\u00dfer uns tats\u00e4chlich nur Einheimische unterwegs waren. Ich h\u00e4tte ja gedacht, dass alles voll mit Touristen w\u00e4re, aber da habe ich wohl die Touristenzahlen Vietnams um diese Zeit etwas \u00fcbersch\u00e4tzt. Wie schon erw\u00e4hnt ist hier auch gerade Winter und es ist f\u00fcr vietnamesische Verh\u00e4ltnisse bitterkalt. In unserem Guesthouse gab es nicht mal eine Heizung, weil es normalerweise einfach nicht so kalt wird. Wir haben aber in der letzten Nacht dort zumindest einen Heizstrahler ins Zimmer gestellt bekommen, da mussten wir dann nicht ganz so frieren. Aber zur\u00fcck zur Parf\u00fcmpagode. Die gr\u00f6\u00dfte Attraktion dort waren tats\u00e4chlich &#8211; wir! Zumindest f\u00fcr die einheimischen Pilger und Besucher, von denen wir ganz unverhohlen bestaunt wurden. Vor allem die Kinder rissen bei unserem Anblick die Augen auf. Unser Guide erkl\u00e4rte uns, dass viele der Menschen aus l\u00e4ndlichen Gegenden hierhergekommen seien und nun m\u00f6glicherweise zum ersten Mal einen Ausl\u00e4nder s\u00e4hen. Damit hatten wir nun wirklich nicht gerechnet. (Am Tag zuvor war Flo allerdings auch in Hanoi schon zu einem kleinen Star avanciert und wurde sogar um ein Foto gebeten, aber ich dachte, das l\u00e4ge eben an den blonden Haaren und blauen Augen.) Ein Mitreisender aus den USA war in kurzen Hosen aufmarschiert &#8211; Begr\u00fcndung: die langen Hosenbeine dranzumachen war ihm zuviel Arbeit gewesen &#8211; und wurde schnell zur Zielscheibe f\u00fcr allerlei Scherze und Spott, die uns unser Guide aber nur teilweise \u00fcbersetzte. \ud83d\ude09 Es war aber auch ein lustiger Anblick, schlie\u00dflich hatten sich alle anderen so fest wie m\u00f6glich in ihre Jacken und Schals gewickelt. Auch als wir nach dem Besuch der Grotte auf dem Gipfel des Berges wie geplant zu Fu\u00df wieder runtergingen (was \u00fcberhaupt kein Problem war, denn es war viel weniger los als bef\u00fcrchtet), folgten uns die Blicke der vielen Verk\u00e4ufer, die ihre St\u00e4nde entlang des Weges aufgebaut hatten. Wer Englisch konnte, rief uns ein begeistertes &#8222;Hallo&#8220; entgegen und strahlte anschlie\u00dfend voller Stolz, wenn wir den Gru\u00df erwiderten. Was f\u00fcr eine seltsame Erfahrung!<br \/>\nAm n\u00e4chsten Tag ging es ja dann in die Ha Long Bucht, ein UNESCO-Weltkulturerbe und laut Reisef\u00fchrer einer der H\u00f6hepunkte Vietnams. Wir hatten einen zweit\u00e4gigen Ausflug mit \u00dcbernachtung auf dem Boot gebucht. Mit den vielen schlechten Bewertungen im Hinterkopf, die wir vorher im Internet \u00fcber derartige Touren gelesen hatten, waren wir wirklich positiv \u00fcberrascht, denn wir hatten eine kleine, aber feine Kabine mit sch\u00f6n hergerichtetem Bett, und auch der Speisesaal (wenn man den Raum mit vier Tischen so nennen kann) war sauber und nett dekoriert. Das einzige Problem war auch hier wieder das Wetter, denn auch das Boot war nicht f\u00fcr so niedrige Temperaturen ausgelegt. Zwar konnten die Klimaanlagen in den Kabinen auch heizen, aber da T\u00fcren und Fenster nicht wirklich dicht waren, zog st\u00e4ndig wieder kalte Luft rein und wir froren leider auch in dieser Nacht. Die Ha Long Bucht selbst erlebten wir nat\u00fcrlich auch nicht so, wie wir sie vorher schon auf unz\u00e4hligen Plakaten und Werbebildern gesehen hatten &#8211; es fehlte einfach die Sonne. Die ganze Zeit \u00fcber war der Himmel grau bew\u00f6lkt und Nebelschwaden zogen zwischen den Felsen umher. Dadurch entstand aber eine ganz eigene, mystische Stimmung: Da der Unterschied zwischen Himmel und Meer nicht genau auszumachen war, schienen die Felsen zu schweben, sie tauchten lautlos aus dem Nebel auf und verschwanden wieder. \u00dcberhaupt war es beeindruckend still &#8211; vor allem, wenn man zuvor drei Tage in Hanoi verbracht hat.<br \/>\nGestern sind wir dann mit dem Nachtbus von Hanoi nach Hue gefahren und bleiben nun zwei N\u00e4chte hier. Es ist zwar nicht mehr ganz so kalt wie in Hanoi, daf\u00fcr nieselt es ununterbrochen. Auch nicht so toll. Aber unser Hotelzimmer ist umso sch\u00f6ner, f\u00fcr umgerechnet drei\u00dfig Euro pro Nacht haben wir ein riesiges Zimmer mit sauberem Bad, richtiger Dusche, heizender Klimaanlage und einem rosenbl\u00e4tterbestreuten Handtuchschwan auf dem Bett (Valentinstag l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen :-)) Das ist zwar zugegebenerma\u00dfen \u00fcber unserem selbstgesetzten Budget, aber nach der Friererei in Hanoi hatten wir einfach keine Lust mehr auf zugige Guesthousezimmer. Also genie\u00dfen wir den Aufenthalt hier im Serene Palace (h\u00fcbscher Name, gell?) jetzt eben umso mehr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vielleicht habt ihr in Deutschland auch etwas von den asiatischen Neujahrsfeierlichkeiten geh\u00f6rt. W\u00e4hrend nach dem Sonnenkalender, den wir verwenden, das neue Jahr immer am ersten Januar beginnt, findet dieses Ereignis nach dem Mondkalender irgendwann zwischen Mitte Januar und Mitte Februar &hellip; <a href=\"https:\/\/weltreise.floni.eu\/?p=1072\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/weltreise.floni.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1072"}],"collection":[{"href":"https:\/\/weltreise.floni.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/weltreise.floni.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/weltreise.floni.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/weltreise.floni.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1072"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/weltreise.floni.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1072\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1078,"href":"https:\/\/weltreise.floni.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1072\/revisions\/1078"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/weltreise.floni.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1072"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/weltreise.floni.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1072"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/weltreise.floni.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1072"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}